Über meinen aktuellen Rechner habe ich ja schon ein paar Worte verloren, dabei bin ich aber nicht auf die Hardware eingegangen. Den Rechner selbst habe ich im Sommer 2012 gekauft. Bei der Ausstattung habe ich mich stark von den c't-Bauvorschlägen beeinflussen lassen, was ich auch in Zukunft wieder so machen würde. Kurz vor dem Zusammenbau habe ich damals ein kleines Bild geschossen.

Komponenten vor dem Zusammenbau

Zu sehen gibt es hier folgendes:

  • Gigabyte Z77-D3H
  • Intel Core i7-3770
  • 16GB-Kit Kingston ValueRAM PC3-10667U CL9
  • be quiet! STRAIGHT POWER BQT E9-400W 80+Gold
  • Samsung SSD 830 128GB SATA 6GB's Basic
  • Seagate Barracuda Spinpoint HD204UI 2TB SATA II
  • ein wirklich nicht brauchbares Blu-ray Laufwerk von LG, welches ich später durch ein LiteOn iHBS112 ersetzt habe

Auffällig dürfte sein, dass keine neue Grafikkarte im Warenkorb lag. Der Grund dafür war, dass ich ziemlich genau ein Jahr davor (also im Sommer 2011) eine Sapphire Radeon HD 6790 gekauft hatte, die mir immer noch mehr als ausreichend schnell vorkam.

Aufrüsten?

Mit den Jahren habe ich immer wieder überlegt, ob ich den Rechner nicht irgendwie aufrüsten kann. Dabei ist mir schnell aufgefallen, dass ich im Prinzip keine Möglichkeit habe: Die CPU ist die größte, die mein Mainboard verkraftet. Mehr als 16 GB RAM wären möglich, aber wenig sinnvoll, da ich schon jetzt kaum den bereits vorhandenen Arbeitsspeicher voll nutze. Massenspeicher austauschen zähle ich jetzt mal nicht zur Kategorie "Aufrüsten".

Bleibt also nur noch die Grafikkarte. Aber auch hier hatte ich nie Probleme. Die paar Spiele, die ich halbwegs regelmäßig gespielt habe, laufen alle gut bis sehr gut mit meiner Radeon HD 6790. Portal 2, Borderlands 2, Dawn of War 2 und Max Payne 3 laufen in Full HD sehr gut und sogar Skyrim läuft noch, mit geringen Abstrichen bei der optischen Qualität, gut. Neuere Titel wie Tomb Raider laufen immerhin auf Full HD bei mittleren Details flüssig.

Ich denke, dafür dass ich diese Grafikkarte Mitte 2011 für 125€ gekauft habe, schlägt die sich (auch heute noch) ganz gut!

Genug geredet, komm' zum Punkt!

Im Januar diesen Jahres bin ich auf das Spiel Dying Light aufmerksam geworden. Ausschlaggebend hierfür war die Tatsache, dass das Spiel nicht in Deutschland erscheinen sollte, Zombies mit stumpfen Hiebwaffen zu bearbeiten scheint hierzulande noch sehr kritisch zu sein. Die Tatsache, dass irgendein Spiel nicht in Deutschland erscheint, bringt aber keine nennenswerten Hindernisse mit sich, dann wird halt im Ausland gekauft.

Das Spiel selbst gefällt mir sehr gut, mittlerweile habe ich über 80 Stunden Spielzeit auf der Uhr und bin noch nicht mal im zweiten Durchlauf.

Grafisch musste ich jetzt aber große Einschränkungen hinnehmen: Die Auflösung musste ich zu Beginn mehr in Richtung HD ready reduzieren und alle Regler für Details nach links schieben. Optisch immer noch erträglich, aber nach einer gewissen Zeit wollte ich einfach mehr.

Sieht eigentlich ganz gut aus

Immerhin gab es für das Spiel schon einige Patches, mittlerweile spiele ich auf Full HD mit fast mittleren Details, muss aber damit leben, dass ich nie mehr als 40 FPS bekomme. Wenn ich das Spiel vom Arbeitszimmer per Steam In-Home-Streaming ins Wohnzimmer schicke und mit dem Gamepad spiele, reichen 30 FPS interessanterweise auch. Mit Maus und Tastatur muss man aber schon deutlich mehr Toleranz mitbringen.

Nun habe ich also endlich einen Grund gefunden, mal wieder meinem Rechner auf zu schrauben. Das war auch aus einem anderem Grund nötig, da ich dringend die Lüfter aussaugen musste, was ich seit dem Zusammenbau noch nie getan habe. Was für ein unnötiger Lärm im Arbeitszimmer!

Endlich aufrüsten ...

Eine neue Grafikkarte also. Aber was für eine? Um es kurz zu machen: Ich war drauf und dran eine Radeon R9 285 zu kaufen, aber 200 € ausgeben? Eigentlich muss die neue Grafikkarte nur ein wenig schneller als die Alte sein. Dann ist mir aufgefallen, dass mein Mainboard mehrere Grafikkarten beherbergen kann. Stichwort: AMD Crossfire. Also habe ich eBay durchstöbert und tatsächlich bin ich fündig geworden. Die gleiche Grafikkarte und in einer anderen Auktion noch eine Crossfire-Bridge für insgesamt grob 40 €. Hätte ich auch günstiger haben können, wenn es denn keine Sofort-Kaufen-Auktion gewesen wäre. So oder so liegt das aber preislich alles in einem Bereich, wo ich nicht traurig wäre, wenn das Experiment fehl schlagen sollte.

Nun habe ich den letzten Freitagvormittag des März meinen Rechner nach langer Zeit mal wieder geöffnet und war zuerst gut eine Stunde damit beschäftigt, riesige Wollmäuse mit einem Pinsel und Staubsauger aus Kühlrippen zu entfernen. Aus Faulheit habe ich das Gehäuse unterm Schreibtisch stehen lassen, hätte ich aber geahnt wie anstrengend das wird und wie sehr am Ende meine Knie darunter leiden würden, hätte ich die ganzen Kabel lieber abgemacht. Ich bin halt auch keine 20 mehr.

Anschließend habe ich die zweite Grafikkarte hinzu gesteckt. Dabei ist mir aufgefallen, dass mein Netzteil evtl. viel zu schwach sein könnte, da ich ja überhaupt nicht über genügend Stromanschlüsse für Grafikkarten verfüge. Außerdem fühlen sich 400 W nach nicht besonders viel an. Besonders, wenn man sonst nur Foreneinträge von solchen Hardcore-Gaming-Kids ließt, da wird dann schon mal ein Kleinkraftwerk mit 1 kW "benötigt", nur um sicher zu gehen.

Das Gehäuse ist jetzt voll

Zum Glück hatte aber ich noch einen Satz 6-Poliger Stromanschlusskabel, also habe ich einfach mal alles angeschlossen. Das Gehäuse ist jetzt voll und sauber.

Reboot tut gut?!

Der erste Boot war dann doch ein wenig spannend. Der Rechner hat sich noch vor dem eigentlich Laden des Betriebssystems drei Mal selbst neu gestartet. Aber meine Befürchtungen, das Netzteil liefere nicht genug Energie zum Hochfahren hat sich nicht bestätigt, anscheinend musste sich das EFI erst mit der neuen Hardware anfreunden. Der anschließende Windows Bootvorgang dauerte auch nur unwesentlich länger und das Bild hat ein wenig geflackert, ansonsten ist nichts außergewöhnliches passiert. Das System hat den Crossfire-Verbund direkt erkannt und auch aktiviert, was eine annähernde Verdoppelung der Framerate in Dying Light zur Folge hatte! Tomb Raider kann ich jetzt auf "Hoch" stellen bei konstanten 60 FPS.

Einziger Pferdefuß: Das Crossfire-Profil für Dying Light hat noch einen Darstellungsfehler von Blutspritzern, die sich manchmal im Blickfeld des Spielers befinden: diese Flackern unangenehm. Das Problem ist bekannt und wird mit den nächsten Catalyst-Treibern behoben werden. Außerdem hat Counter-Strike: Global Offensive seltsam geruckelt. Anscheinend ist das Crossfire-Profil nicht gut abgestimmt. Ich habe Crossfire kurzer Hand deaktiviert, eine einzelne Grafikkarte ist aber anscheinend mehr als ausreichend für dieses Spiel: bisher ist die Framerate nicht einmal unter 60 FPS gefallen (bei aktiviertem V-Sync.) Ansonsten bin ich sehr zufrieden mit diesem Upgrade, ich hatte über Ostern mit meiner besseren Hälfte noch ein paar Stunden Tomb Raider gespielt und alles lief stabil. Der Rechner ist jetzt dank der Reinigungsaktion sogar wieder leiser als vorher, obwohl es jetzt einen Lüfter extra gibt.

Hat es sich gelohnt?

Meine aktuelle Spielesammlung läuft nahezu perfekt, also bin ich zufrieden. Die Tage ist GTA 5 für den PC erschienen, das wird der nächste große Test. Da ich aber jetzt bereits Jahre auf die PC-Version gewartet habe, kann ich auch warten, bis das Spiel für unter 30 € zu haben ist, oder hoffentlich im Winter für 20 €. Im Zweifel bekomme ich dann auch eine Radeon R9 285 für grob 125 € und das Spiel geht von vorne los ...